Liebe und Partnerschaft

Ehescheidung bequem über das Internet abwickeln

Die Ehe hat heute längst nicht mehr die Bedeutung wie früher einmal. Rund jede zweite Ehe wird geschieden und nur wenige Paare machen sich die Mühe, überhaupt an ihrer Partnerschaft zu arbeiten, wenn nicht alles glatt läuft. Selbst das sogenannte Trennungsjahr, das der Gesetzgeber in Deutschland einst einführte, um sicherzustellen, dass die Ehe wirklich gescheitert ist, muss nicht mehr zwingend eingehalten werden.

Heute kann man nahezu alles über das Internet erledigen. Inzwischen gibt es sogar die Möglichkeit, die Ehescheidung über das World Wide Web einzureichen. Theodor Schmidt, Fachanwalt für Familienrecht, verspricht, bei übereinstimmenden Angaben der Ehepartner den Scheidungsantrag auch schon vor Ablauf des gesetzlichen Trennungsjahres, nämlich schon nach zehn Monaten, einzureichen.

Das Trennungsjahr unterlaufen – So funktioniert’s

Im Regelfall ist eine Trennung von der Dauer von mindestens zwölf Monaten erforderlich, damit die Scheidung eingereicht werden kann. Leben die zwei Ehepartner innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung, darf es keine Versorgungsleistungen im Haushalt mehr gegeben haben.

So darf beispielsweise die Ehefrau während dieser Zeit nicht mehr für ihren Mann kochen oder Wäsche waschen. Zudem ist es notwendig, dass sie in getrennten Zimmern leben – wer noch das Bett miteinander teilt, kann sich nicht auf das Trennungsjahr berufen.

Reicht man die Scheidung online ein, müssen die Ehegatten lediglich übereinstimmend angeben, ab wann sie sich getrennt haben. Dann ist der Scheidungsantrag bereits nach zehn Monaten Trennungszeit möglich. Falls die Ehegatten einen unterschiedlichen Zeitpunkt der Trennung angeben, müssen entsprechende Nachweise eingereicht werden, die den Trennungszeitpunkt bestätigen.

Sonderfall: Die Härtescheidung

Noch schneller kann der Scheidungsantrag eingereicht werden, wenn eine sogenannte Härtescheidung vorliegt. Dies ist beispielsweise in folgenden Fällen möglich:

  • Misshandlung des Ehepartners unter Alkoholeinfluss
  • wiederholte Gewalttätigkeit
  • sexueller Missbrauch
  • verborgene Affäre von mindestens drei Monaten
  • offensichtliche Seitensprünge vor den Augen des Ehepartners
  • wiederholte schwere Beleidigungen oder Bedrohungen
  • Arbeit als Prostituierte
  • Aufforderung zum Geschlechtsverkehr mit einer dritten Person

Wenn es um eine Härtescheidung geht, sollte stets ein Rechtsanwalt für Familienrecht konsultiert werden, damit der zugrundliegende Grund geprüft werden kann. Es gibt durchaus auch Fälle, in denen eine Härtescheidung vom Familiengericht abgelehnt wurde, beispielsweise bei Scheidungsanträgen infolge der einmaligen und kurzzeitigen Untreue eines Ehepartners, übersteigerter Eifersucht oder des lieblosen Umgangs mit dem Ehepartner.

Scheidung online einreichen

Heutzutage kann man seinen Scheidungsantrag ganz einfach online einreichen. Hierzu gibt man zunächst die persönlichen Daten der Ehegatten in ein Formular ein. Anschließend werden Details zu folgenden Bereichen abgefragt:

  • Scheidung
  • Trennung
  • Sorgerechtsregelung
  • Ehevertrag
  • Versorgungsausgleich
  • Einkommen
  • Verbindlichkeiten

Anschließend kann der Antrag direkt online abgeschickt werden. Gleichzeitig wird dem Rechtsanwalt eine Vollmacht erteilt, damit er in der Scheidungssache tätig werden kann. Der Scheidungsantrag wird dann zeitnah beim zuständigen Familiengericht eingereicht.

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