Wirtschaft und Soziales

Auf der Suche nach dem Glück

Kaum ein Thema beschäftigt alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder sozialem Status so sehr wie das Glück. Es wird darüber nachgedacht, ob man es hat, wie man mehr davon bekommt und welche Möglichkeiten es gibt, möglichst dauerhaft glücklich zu sein. Das Glück ist heute so sehr sowohl zum Antriebsmotor als auch Ziel sämtlicher alltäglicher Bestrebungen geworden, dass es im November sogar eine ARD-Themenwoche zu diesem Thema gab – ein Indiz, dass das Thema im Mittelpunkt der Gesellschaft steht.

Besonders in den Industrienationen entsteht dabei allerdings auch immer stärker der Eindruck, dass mehr Zeit damit verbracht wird, dem Glück nachzujagen, als es überhaupt einmal zu genießen und sich dessen bewusst zu werden. So liegt der Schluss nahe, dass diejenigen, die weniger darüber nachdenken, sich oft weitaus glücklicher schätzen als diejenigen, die ihren eigenen Glückspegel ständig analysieren und möglicherweise optimieren.

Glück ist immer anders

Diesen Verdacht unterstützen zumindest teilweise auch die Ergebnisse des World Happiness Report der Vereinten Nationen vom September 2013, dessen Erkenntnisse in diesem Artikel zusammengefasst werden. Hier wird nämlich deutlich, dass geistige Gesundheit und ein stabiles soziales Umfeld besonders positive Auswirkungen auf das individuelle Glücksempfinden jedes Menschen haben. Genau hierin liegt jedoch auch der Knackpunkt dieser und ähnlicher Umfragen – dass nämlich jeder Mensch eine andere Messlatte für Glück hat, und keine zwei Menschen in derselben Situation die gleichen Glücksgefühle empfinden. Aus diesem Grund kann ganz allgemein von drei verschiedenen Glückstypen gesprochen werden:

    • Materielles Glück: Es gibt nicht wenige Menschen, für die Glück in erster Linie mit materiellem Wohlstand wie Haus, Auto und Boot oder ausgiebigen Reisen verbunden ist. Bietet ihnen ihr Verdienst dafür nicht die nötigen Mittel, kombinieren deshalb einige ihre Hoffnung auf Glück mit ihrer Spielfreude, geben sich jede Woche aufs Neue dem berühmten Traum vom Lotto-Jackpot hin und informieren sich über die aktuellen Lottozahlen. Wenn auch die wenigsten gewinnen – kaum ein passionierter Lotto-Spieler lässt sich davon entmutigen.
    • Familiäres & soziales Glück: Diese Form von Glück ist den meisten Menschen, die in stabilen Verhältnissen aufgewachsen sind oder eigene Kinder haben, durchaus bekannt. Glück und Zufriedenheit hängt für sie hauptsächlich mit dem Wohlergehen ihrer Familie und einem engen, verständnisvollen Freundeskreis zusammen. Denn selbst wenn Probleme im Leben auftauchen, sind diese mit der sicheren Unterstützung aus dem engsten Umfeld meist zu bewältigen.
    • Selbstbewusstes Glück: Diese Form ist leider am wenigsten verbreitet, da die meisten Menschen häufiger an sich selbst zweifeln, als gut für sie ist. Dabei ist die Fähigkeit, aus sich selbst heraus glücklich sein zu können, eigentlich der Inbegriff von Glück. Denn wenn man auf die eigene Arbeit oder kreative Tätigkeit stolz sein kann oder mit sich als Mensch einfach zufrieden ist, bedeutet das bis zu einem gewissen Punkt Unabhängigkeit und Freiheit, was wiederum stark mit dem eigenen Empfinden von Glück und Zufriedenheit zusammenhängt.

Selbstverständlich sind diese Typen stark vereinfacht kategorisiert und treten bei einem Menschen niemals in einer dieser „Reinformen” auf. Wer jedoch von allem ein bisschen hat, kann sich auf jeden Fall – im wahrsten Sinne des Wortes – glücklich schätzen.

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